Intervallfasten, insbesondere die Methode 16:8, ist in den letzten Jahren vom Nischenthema zur Trendstrategie geworden. Ob Fitness-Coaches, Biohacker oder gesundheitsbewusste Büroarbeiter – scheinbar fastet heute jeder. Doch ist Intervallfasten wirklich ein wissenschaftlich fundierter Weg zu mehr Gesundheit, Energie und Wohlbefinden – oder nur ein weiterer Wellness-Hype?
In diesem Beitrag schauen wir uns die Fakten an: Was passiert im Körper beim Intervallfasten, für wen ist die 16:8-Methode geeignet – und wer sollte vorsichtig sein?
Was bedeutet Intervallfasten 16:8?
Bei der 16:8-Methode isst man täglich innerhalb eines Zeitfensters von 8 Stunden und fastet die restlichen 16 Stunden. Typisch wäre etwa: Essen zwischen 12:00 und 20:00 Uhr, Fasten von 20:00 bis 12:00 Uhr des nächsten Tages.
In der Fastenzeit sind Wasser, ungesüßter Tee und schwarzer Kaffee erlaubt, aber keine Kalorien. Ziel ist es, den Stoffwechsel zu entlasten, die Zellregeneration zu fördern und dem Körper Zeit zur „inneren Reinigung“ zu geben.
Was sagt die Wissenschaft?
Die Forschung zum Intervallfasten ist in den letzten Jahren explodiert – mit teils beeindruckenden Ergebnissen:
🧬 Zellreparatur & Autophagie
In der Fastenphase wird ein Prozess namens Autophagie aktiviert – eine Art Zellrecycling, bei dem beschädigte Zellbestandteile abgebaut und entsorgt werden. Dieser Vorgang wird mit Schutz vor Alterung, Entzündungen und bestimmten Erkrankungen in Verbindung gebracht.
⚖️ Gewichtsregulation & Stoffwechsel
Studien zeigen, dass Intervallfasten helfen kann, Körperfett zu reduzieren, den Blutzucker zu stabilisieren und die Insulinsensitivität zu verbessern – selbst ohne Kalorienzählen.
🧠 Mentale Klarheit
Einige Menschen berichten von verbesserter Konzentration und klarerem Denken während der Fastenphasen. Auch hier könnten hormonelle Veränderungen wie erhöhte Noradrenalin- und Ketonkörperspiegel eine Rolle spielen.
Aber: Nicht alle Effekte sind bei allen Menschen gleich ausgeprägt – und nicht jeder profitiert davon.
Intervallfasten ist nicht für jeden geeignet
So vorteilhaft 16:8 für viele sein kann – es gibt wichtige Ausnahmen. Menschen mit bestimmten körperlichen oder biochemischen Voraussetzungen sollten vorsichtig sein.
🔬 Beispiel: HPU (Hämopyrrollaktamurie)
Menschen mit HPU haben eine gestörte Häm-Synthese und dadurch oft einen erhöhten Bedarf an Mikronährstoffen wie Zink, B6 und Mangan. Sie neigen zu Stoffwechselinstabilität, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und Blutzuckerschwankungen.
👉 Für sie kann längeres Fasten (z. B. über 16 Stunden) den Körper zusätzlich stressen und Symptome verstärken. Klassische Fastentage oder längere Fastenperioden sind daher oft nicht gut verträglich.
💡 Alternative:
Kurzes Intervallfasten mit individuellen Anpassungen – etwa ein sanftes 12:12 oder 14:10-Fenster – kann in manchen Fällen besser funktionieren. Wichtig ist die persönliche Begleitung durch Fachpersonen, gerade bei chronischen Beschwerden oder biochemischen Besonderheiten.
Für wen 16:8 besonders sinnvoll sein kann
✅ Menschen mit metabolischem Syndrom (z. B. Insulinresistenz, Bluthochdruck)
✅ Menschen mit stabiler Ernährung und ohne Essstörungen
✅ Berufstätige, die sich eine einfache Struktur wünschen
✅ Personen mit geringem morgendlichem Appetit
✅ Biohacker & gesundheitsbewusste Menschen, die auf Selbstbeobachtung setzen
Fazit: Zwischen Wissenschaft und individueller Verantwortung
Intervallfasten 16:8 ist mehr als nur ein Wellness-Hype. Es basiert auf biologischen Prozessen, die durch Studien gestützt werden, und kann echte Vorteile für Gesundheit und Wohlbefinden bringen – wenn es richtig und verantwortungsvoll angewendet wird.
Gleichzeitig gilt: Was für den einen gut ist, kann für den anderen zu viel sein. Wer unter chronischen Erkrankungen, hormonellen Dysbalancen oder spezifischen Stoffwechselstörungen wie HPU leidet, sollte auf die Signale des Körpers hören – und Alternativen erwägen.

